Dufte Biene
Einzelfoto 2014


Auf den ersten Blick scheint es, eine militärische Monsterwaffe sei auf die winzige Biene gerichtet und es gehe ihr an den Kragen. Doch die Wirklichkeit ist Wissenschaft. Hier fächelt eine Duftorgel dem Insekt verschiedene Gerüche zu, um Lernverhalten und Gedächtnis zu testen. Bei bestimmten Düften erhält die Biene einen Zuckertropfen. Schließlich reagiert sie auf diese Duftreize auch ohne Belohnung. Der Fotograf Florian Bong-Kil Grosse will mit dieser Aufnahme vor allem zeigen, wie grotesk unproportional zur kleinen Biene die technische Gerätschaft ist, derer sich die Wissenschaftler bedienen. Dabei lässt er noch auf eine zweite Ebene blicken, nämlich das Ergebnis dieses Experiments. Wer genau auf die Biene schaut, erkennt, dass sie den Rüssel herausstreckt - sie wartet schon auf den Zucker, der ihr bei diesem Duft vorher stets verabreicht wurde. Der Gedächtnistest funktioniert!
Das Foto entstand im Länderinstitut für Bienenkunde in Brandenburg. Dort untersuchen Wissenschaftler unter anderem, wie sich Bienen selbst vor der Varroamilbe schützen können, die seit einigen Jahren die Zahl der Bienen weltweit drastisch zurückgehen lässt.


Fotograf Florian Bong-Kil Grosse haben bei dem Versuch vor allem die Gegensätze beeindruckt. Der 37-jährige in Korea geborene Berliner will bei seiner Arbeit, „Dinge konzeptionell anders festhalten. Nicht unbedingt objektiv, sondern so, dass das Bild etwas aussagt.“ Als Jugendlicher wollte er Bienen züchten und hatte schon Pläne für die Bienenstöcke. Doch der heimische Balkon war zu klein und so züchtete er eben Schmetterlinge.


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